1. November 2025
Wie ich als Trainer meine ersten Workshops in Eigenverantwortung erlebt habe
Drei Workshops, drei Schulen, drei Tage in Folge: Konstantin Droll berichtet von seinen ersten Workshops als alleiniger Trainer – und davon, was er dabei über die Schüler und über sich selbst gelernt hat.
Von Konstantin Droll
Bei Zivilcourage-Workshops geht es uns darum, dass die Schüler etwas über Zivilcourage lernen und diese zu einem Teil ihres Lebens machen. Im Juli habe ich 3 Workshops in verschiedenen Schulen in der Ortenau geleitet. Ich habe die Hoffnung, dass die Schüler viel daraus mitnehmen konnten. Und auch ich habe viel gelernt. Dieser Bericht thematisiert die Herausforderungen und meine Lernerfahrungen.
Dazu muss ich allerdings noch ein bisschen Kontext geben. Ich habe zwar schon mal einen Workshop geleitet, aber nur mit einer weiteren Trainerin zusammen. Die 3 Workshops sollten also die ersten sein, die ich allein leite. Ich habe mir im Vorhinein natürlich viele Gedanken bezüglich der Konzeption der Workshops gemacht. Aber am Ende des Tages geht Probieren über Studieren.
Workshop 1 – Kehl: Auf Augenhöhe
Am Montag, dem 14.07., startete der erste Workshop in Kehl. Ich muss sagen, dass es eine tolle Erfahrung war. Die Klasse war sehr herzlich, offen und hat es mir wirklich leicht gemacht. Es war echt eine entspannte Atmosphäre. Der Workshop wurde super angenommen, was mich sehr gefreut hat. Ich denke auch, dass einiges hängen geblieben ist. Das hat mir auch ein gewisses Selbstvertrauen für die nächsten Tage gegeben.
Das wichtigste Learning für mich war auf jeden Fall, dass man den Schülern auf Augenhöhe begegnen sollte.
Workshop 2 – Eine Klassen-Dynamik als Herausforderung
Der nächste Workshop war eine Herausforderung. In dieser Klasse war Zivilcourage wohl super wichtig. Denn es hatte sich eine komplizierte und ungünstige Klassendynamik entwickelt. Hier haben einige Schüler intensiv mitgemacht. Aber da einige eher passiver waren und der Workshop insgesamt meinem Gefühl nach nicht so gut angenommen wurde, war es für mich schwieriger.
Da muss ich mich selbst allerdings auch in die Kritik nehmen. Denn ich habe es nicht geschafft, alle Schüler zu erreichen. Mit ein bisschen mehr Enthusiasmus wäre das Ganze wahrscheinlich noch besser gelaufen. Insgesamt war es dennoch meiner Meinung nach ein guter Workshop.
Die Schüler haben mir das Feedback gegeben, dass sie Zivilcourage gerne noch praktischer erleben würden. Das ist auch etwas, das ich gemerkt habe. Bezogen auf Zivilcourage ist die Praxis häufig wichtiger als die Theorie. Also habe ich den Workshop nochmal ein bisschen überarbeitet und mehr praktische Übungen eingebaut.
Workshop 3 – Hausach: Lehren in eigener Sache
Der dritte Workshop fand dann am Mittwoch in Hausach statt. Auch hier haben die Schüler gut mitgearbeitet und die Praxisübungen wurden gut angenommen. Ich denke auch, dass die Schüler einiges gelernt haben.
Allerdings war ich selbst ehrlich gesagt nicht ganz fit. Ich war nicht so präsent, wie ich das gerne hätte und hatte kein gutes Gespür für die Situation. Mir wurde beispielsweise teilweise das Feedback gegeben, dass ich zu leise reden würde und etwas unmotiviert herüberkam. Das ist natürlich nicht mein Anspruch und nervt mich.
Man lernt aus seinen Fehlern. Wenn ich nochmal 3 Tage in Folge Workshops leite, muss ich sicherstellen, dass ich an allen Tagen fit bin. Sicherlich war in meinem Fall schlechter Schlaf mitbeteiligt. Daran kann ich ansetzen und meinen Schlaf in Zukunft priorisieren.
Fazit
Es lässt sich festhalten, dass die Schüler durch Zivilcourage-Workshops vor allem mit der Hilfe von Praxisübungen viel lernen können. Allerdings lernt man als Trainer für Zivilcourage ebenfalls viel über sich selbst und den Workshop. Die Erfahrungen, die man macht, sind Gold wert und helfen uns dabei, uns selbst und den Workshop in Zukunft immer weiterzuentwickeln.
Außerdem ist das Feedback durch die Schüler ein wichtiges Mittel dafür und sollte ernst genommen werden. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich machen durfte und die Schüler, die ich kennenlernen durfte.
Ich kann es kaum erwarten, den nächsten Workshop zu leiten.
